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10 Tipps für euren Brautkleidkauf

Foto: Claire Penn

Nachdem mir mein Mann den Heiratsantrag gemacht hatte, bin ich von Null auf 999 zur Hochzeitsverliebten mutiert. In einem Tag. Und ich kann mich noch so gut an die erste Woche nach dem Antrag erinnern! Denn was habe ich gemacht? Genau! Hochzeitsmagazine gewälzt und mal schön als erstes nach Brautkleidern umgeschaut. Denn auf einmal hat mich das Fieber gepackt; Spitze, Tüll oder doch lieber Seide? Ich war dahin. Und dann kam alles ganz ganz anders als gedacht…. Der Mann und ich gingen auf eine Hochzeitsmesse und da war es blitzartig um mich geschehen: Ich hatte schon vom Eingang aus ein, nein, DAS Traumkleid gesehen. Natürlich war ich mein Contenance-bewahrendes Ich (verplappern? ich mich? ach woher!), als ich an dem romantischen Hauch aus Spitze vorbei lief. Ich hatte mein bestes Pokerface auf (also ein gigantisches Funkeln in den Augen und Grinsekatzegrinsen auf den Lippen), um meinen Mann nicht zu viel zu verraten. Nur, da hab ich nicht mit meinem Mann gerechnet. Was macht er? Läuft durch die Location, zielstrebig auf DAS Kleid zu, und zeigt drauf mit den Worten: “Das ist defintiv dein Kleid. Hammer, darin siehst du bestimmt gigantisch gut aus!” – Pokerface ade. Das war schon das erste Überraschende (mein Mann und Modegeschmack?). Die zweite Überraschung war, dass ich tatsächlich dieses Kleid gekauft habe und es mein Brautkleid wurde. Das erste Hochzeitskleid, das ich je angezogen hatte, und auch das letzte. Es war einfach klar: Das ist meins. Und passiert das mir, die ich schon 40 Minuten Entscheidungszeit brauche, wenn es um die knifflige Frage geht, “Schnitzel mit Pommes” oder doch lieber “Schnitzel mit Kartoffelsalat” zu bestellen. Das ist für mich normalerweise eine schier unlösbare Rechenaufgabe. Damit es bei euch aber auch so gut klappt, hier ein paar meiner Tipps!

1. Budget festlegen

Erinnert ihr euch noch an Carrie in Sex and the City: Der Film? Zunächst wollte sie in einem Vintage Chanel Kleidchen am Standsamt mit nur 5 Gästen heiraten. Dann hat ihr Vivienne Westwood eine Couturerobe geschenkt und 200 Gäste später sagte sie: “Das Kleid hat den Einsatz erhöht!” Genau. So ein Kleid kann einem schon den Verstand rauben, und es sollte definitiv nicht 50% eures gesamten Budgets aufbrauchen. Daher ganz wichtig: Vorher ein Budget für das Kleid festlegen! Teilt diesen Budgetrahmen auch gleich den Verkäufern im Brautmodenladen mit. Damit ihr nicht herrliche Roben gezeigt bekommt, die aber euren Rahmen um mehrere tausend Euro sprengen. Dann macht es keinen Spaß mehr.

2. Inspirationen sammeln – und Plan B

Eine gute Bekannte von mir hat tatsächlich das erlebt, wovor mir nachts heimlich graute: Das Entscheidungsmonster hatte zugeschlagen. Ja, das Ding, das mich regelmäßig mit meiner Schnitzelfrage quält: “Was wenns doch noch ein besseres Kleid gibt?” oder “Was wenn es dir dann nicht mehr gefällt?”. Sie ist dann in ganz Bayern in unzählige Brautmodeläden gefahren, und immer enttäuscht nach Hause, so lange bis sie 8 Wochen vor dem großen Tag immer noch kein Kleid, aber Panik im Übermaß hatte! Mein Tipp: Sammelt so viele Inspirationen wie möglich. Lest Hochzeitsmagazine, Blogs und schneidet eure Favoriten aus. Mit konkreten Vorstellungen könnt ihr auch bei den Verkäufern viel schneller ein klares Bild schaffen, was ihr wollt. Dann können sie euch auch besser beraten. Trotzdem kein Kleid ausschlagen nur vom Kleiderbügel aus. Zieht die Kleider an, die euch vorgeschlagen werden. Oft sieht ein Kleid merkwürdig am Kleiderbügel aus, aber entpuppt sich als Wunderrobe am Körper.

3. frühzeitig Termine ausmachen und Lieferzeit beachten!

Je nach Kleid und Designer kann es passieren, dass dein spezielles Brautkleid eine Lieferzeit bis zu 6 Monaten hat. Im Laden hängen nämlich nur die Probestücke, d.h. dein Kleid muss erst gefertigt werden und das kann dauern. Daher ca. 9 Monate vor dem Hochzeitstermin mit der aktiven Brautkleidsuche beginnen und Termine im Brautmodeladen ausmachen. Und ja, ein Termin ist wichtig. In einen Brautmodeladen kann man nicht einfach hineingehen und wie im Kaufhaus mal schnell ein Kleid überziehen. Am besten unter der Woche einen Termin ausmachen; da habt ihr mehr Ruhe als an einem hektischen Samstag!

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4. Schuhe mitnehmen und Ungeschminkt hingehen

Nimm für den Termin im Brautmodegeschäft gleich Schuhe mit, die eine ähnliche Absatzhöhe haben, die du am Hochzeitstag auch tragen möchtest. Damit du siehst, wie das Kleid fallen würde oder damit ihr gleich auf diese Höhe das Kleid kürzen könnt. Und: Am besten ungeschminkt zur Anprobe gehen. Warum? Weil leider Make-up Flecken auf teurer Seide jedem die Laune verderben.

5. (Nur wenig) Vertraute mitnehmen

Zu viele Brautberaterinnen verderben den Kleidbrei! Nehme nur 1 -2 engste Vertraute mit, die dich sehr gut kennen. Lass dich auch nicht verunsichern. Wichtig ist immer, dass DU dich wohl fühlst in deinem Kleid. Zu viele Meinungen sind daher eher verwirrend, als hilfreich.

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6. Kein Kleid aus China?!

Wie verführerisch auch jedes Angebot aussehen mag: Eine billige Kopie eines Designerkleides aus China zu erstehen ist einfach keine Lösung. Denn zum einen wird dabei gegen unter Umständen gegen Urheberrechte verstoßen, d.h. etwas zu kopieren schadet ja auch dem jeweiligen Designer. Ihr möchtet auch nicht, dass wohl eine Idee von euch abgekupfert wird. Dass die Kleider dann so billig sind, hat auch seinen Grund: Die Qualität ist dementsprechend auch deutlich ‘billiger’! Darum falls ihr Geld sparen wollt…

7. Geld sparen? Outlettage beachten, Messerabatte oder gebraucht kaufen!

…gibt es inzwischen schöne Möglichkeiten. Ihr könnt auf Internetplattformen wie brautplatz oder MarryJim gebrauchte Designer-Brautkleider zu einem Bruchteil des Originalpreises erstehen. Nur einmal getragen, sind die Kleider meist wie neu und ein tolles Schnäppchen. Wer geschickt sparen will, sollte auch immer seinen Lieblingsdesigner oder Brautmodenladen verfolgen, etwa über Newsletter oder Facebook. Meist gibt es am Ende der Saison Outlettage mit kräftigen Rabatten, an denen ihr euer Traumkleid für einen Bruchteil erwerben könnt. Oder ihr schaut euch auf Messen um; oft könnt ihr dort einen Messerabatt bekommen, wenn ihr innerhalb einer gewissen Zeitspanne das Kleid kauft. So war es bei mir. Mein Traumkleid hat tatsächlich 20% weniger gekostet, obwohl es von einem nahmhaften Designer war und ein Originalstück, das dann für mich gefertigt wurde.

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8. Jahreszeit beachten

Wichtig bei der Auswahl eures Kleides ist auch immer die Jahreszeit und Location: Feiert ihr im Freien bis in den Abend hinein? Oder feiert ihr im Herbst? Dann braucht ihr entweder lange Ärmel oder ein kleines Jäckchen, einen Bolero oder ein Cape, das euch vor Kälte schützt.

9. Lass das Bauchgefühl entscheiden!

Letztlich ist der beste Tipp, den ich euch geben kann: Lass deinen Bauch entscheiden. Wenn du aus der Umkleidekabine freudestrahlend stürmst und dich überglücklich und wohl in deiner Haut fühlst, dann ist es DEIN Kleid. Wenn es sich aber nicht richtig anfühlt, dann ist es auch nicht richtig!! Da hilft dann auch kein Schönreden! Darum auf den Bauch hören. Und wenns gleich das erste Kleid ist, warum dann noch 120 Exemplare anprobieren? Dann greift gleich zu!

10. Fotos machen

Lasst euch von eurer Begleiterin in eurem Traumkleid fotografieren. Das hat gleich mehrere Vorteile: Falls ihr in der doch längeren Wartezeit zur Hochzeit Zweifel am Kleid bekommen solltet (Stichwort #dressregret), dann könnt ihr euch immer wieder visuell versichern, wie atemberaubend schn ihr darin aussieht. ich sag euch, mein Foto wurde mein ständiger Begleiter. denn als Pommer-Kartoffelsalat Unentschiedene habe ich schon das ein oder andere Kleid gesehen, bei dem ich mir dachte, oh nein, wäre das nicht besser gewensen? Foto raus, überzeugt! Vorher bitte aber immer im Laden fragen, ob es erlaubt ist, ein Foto zu machen!

Und psst, ich hab gern die Tradition über Bord geworfen, dass der Bräutigam das Kleid vor der Hochzeitsfeier nicht sehen darf. Ich habe ihm allerdings nie erzählt, dass ich tatsächlich dieses Kleid nehme… und er hat mich selbst nie darin gesehen. Also auch für euch gilt, seid mutig und habt keine Angst, gegen Traditionen zu verstoßen. Wollt ihr lieber wie Kaley Cuoco in einem zartrosa Kleid oder Solange Knowles (die Schwester von Beyonce) im hippen Hosenanzug  heiraten, dann nix wie los.

Ganz viele liebe Grüße aus meiner kleinen Hochzeitsecke

sig

Alle Fotos: Claire Penn (die gesamte Hochzeitsreportage von Charlotte und Rob’s Vintage Hochzeit gibt es hier)

KategorienAllgemein
  1. Schemer says:

    finde auch, dass es ein schöner Beitrag ist! Kann bei vielen Punkten zustimmen. Hatten den ganzen Stress jetzt bei meiner besten Freundin. Und es gibt nichts Schlimmeres als zu viele Leute nach der Meinung zu fragen. Und noch schlimmer ist es, wenn man jedes Teil mit jmd anders kauft. Gibt nur Chaos. Ne gute Planung vorher ist das Wichtigste. Naja ist trotzdem alles gut gelaufen und ne schöne Hochzeit geworden. Sie sah umwerfend aus!!Achja und das war ihr Brautkleid https://www.samyra-fashion.com/brautmode/brautkleider/502/brautkleid-petula

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