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8 Tipps, wie ihr Familienkonflikte und Ärger bei eurer Hochzeit leicht löst

Foto: Franzi trifft die Liebe

Heute schreibe ich mal über ein wenig diskutiertes Thema, das mir aber sehr am Herzen liegt. Eine Hochzeit ist doch der ideale Anlass, dass wieder die ganze Familie zusammen kommt und damit nicht nur all die Freude, sondern auch ein bisschen die Konflikte, oder? Denn da hat Tante Erna noch einen Groll auf Cousine Birgit, ebenso will Großtante Sabine irgendwie nicht mehr mit Onkel Erwin reden und dann gibt’s so kleine Familienbrandherde, die das Leben einer Braut sehr stressig werden lassen können. Und noch obendrein: Darüber spricht man nicht! Heißt es von vielen Familienseiten. Nicht öffentlich. Allein während der Hochzeitsvorbereitungen hat mich so etwas wirklich Nerven gekostet. Darum heute meine 8 Tipps, wie ihr Familienkonflikte ganz einfach löst und euch keine Sorgen machen müsst.

1. Ihr werdet es nicht jedem Recht machen können und das müsst ihr auch nicht. Hand drauf!

Erwartun­gen, Wün­sche, Träume – die habt ihr sicher­lich zur Genüge für euren großen Tag, nur dann kom­men noch die selbigen von Ver­wandten und Fre­unden dazu. Sagt nein zu Din­gen, die ihr wirklich nicht wollt. Es ist euer Tag, euer Fest, (wahrschein­lich auch euer Geld) und das möchtet ihr doch nicht mit Din­gen verbringen, die ihr nicht möchtet. Es kann freilich sein, dass es im Vor­feld zu Kon­flik­ten kommt, wenn ihr einen Wunsch nicht umsetzen könnt oder bei eurer Linie bleibt.  Aber: Besser vor der Hochzeit als direkt auf dem Fest und: Ihr werdet es nie jedem recht machen kön­nen. Und glaubt mir: Es macht keinen Spaß ein Fest zu feiern, das nicht ihr seid. Darum steht zu euch und euren Wünschen. Schließlich ist es euer Fest, das euch als Paar widerspiegelt! Wägt an anderer Stelle aber ab, wo eventuell ein Kompromiss sinnvoll wäre. Etwa ist es eine tolle schöne Idee, die große Familie und weiter entfernt Verwandte zur Kirche und zum Sektempfang einzuladen und zur abendlichen Feier einen kleineren Kreis zu wählen. Das könnt ihr bereits bei den Einladungen berücksichtigen und dabei wird auch niemand vor den Kopf gestoßen. Oder ihr könnt Arbeitskollegen und den weiteren Freundeskreis etwa zu einem Polterabend laden statt zur abendlichen Hochzeitsfeier. Es gibt viele Ideen und Möglichkeiten.

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2. Nein sagen.

Teils ist es wirklich schwierig, gerade wenn man diplomatisch sein möchte, aber an der ein oder anderen Stelle müsst ihr wahrscheinlich auch NEIN sagen können. Sei es weil nur 50 Leute eingeladen werden können und ihr schweren Herzens wegen der Corona-Verordnung jemanden ausladen müsst oder aus anderen Gründen. Mein Tipp: Klärt dies freundlich vor dem Fest. Erklärt euren Gästen, warum ihr sie vielleicht nicht einladen könnt und dass es euch leid tut. Sie werden sicher Verständnis haben. Überlegt euch auch im Vorhinein schon, wer auf eurer Gästeliste zum ganz engen Kreis gehört (die A-Liste sozusagen) und wer im Zweifelsfall bei Änderungen der Coronaregeln ausgeladen werden müsste / könnte (die

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3. Nicht zu viel Details verraten!

Ich rede ja schon gerne. Und über die Hochzeit hab ich in dem Jahr der Vorbereitung so ziemlich am liebsten geredet. Eine Frage und ich habe mein Gegenüber mit Details “erfreut” – von unseren Hochzeitsfarben bis zum Kuchen. So ungefähr. Aber viele Details bringen auch so manche Konflikte mit sich. Gerade bei ‘einmischsensiblen’ Gästen, lieber etwas bedeckt halten (wenn das geht). Also wenn einer den absoluten Hochzeitsplan wissen will, dann zurückhaltend sprechen wie “Wir möchten euch so gern überraschen! Deshalb sagen wir noch nichts. Seid aber schonmal gespannt! Bald gibt’s unsere Einladungen, da steht alles drauf”.

4. Der Ärger und wie ich mit ihm geredet habe. Oder: Auf das Positive schauen!

Und seien wir doch mal ehrlich. Klar ärgert es Braut, wenn die Vorfreude auf den großen Tag eher so kleinen Konflikten weicht. Ich glaube, dass das gar normal ist, also dass ihr euch einmal über was ärgert während der Vorbereitungen. Da gabs etwa Missverständnisse bei der Terminplanung und jetzt könnt ihr die Torte nicht von eurem Lieblingsbäcker haben oder Tante Helga beharrt auf ihrem Platz am Brauttisch, obwohl kein Platz ist? Was tun? Loslassen fällt mir sehr selten leicht, aber tatsächlich ist es gut, die Dinge, die ihr sicherlich nicht mehr ändern könnt, gehen zu lassen. Ich hab dann als gute Übung folgendes gemacht: Immer wenn Ärger aufkeimt, denkt daran, was ihr toll an eurer Hochzeit findet! Was schon super läuft oder wie schön ihr im Kleid ausseht. Sprich: Konzentriert euch auf das Positive, das Schöne und das Erfreulich! Und wenn ein Gast von 100 einen Konflikt anfängt, dann erfreut euch der 99 anderen Gäste, die euch Liebe und Hilfe und Unterstützung im Übermaß entgegen bringen!

5. Die Gästeliste

Umgebt euch an eurem Hochzeitstag mit den Menschen, die euch etwas bedeuten. Das hört sich so simpel an und so selbstverständlich. Aber im UNO-Gästelistendiplomatiezentrum der Hochzeitsfamilien kann genau dieser simple Satz zu Problemen führen. Wichtig ist: Hört auf euer Bauchgefühl und eure Intuition! Denn wenn es sich nicht richtig anfühlt, Großtante Hildtraud einzuladen, dann ist es auch nicht richtig. Vertraut daher auf euren Bauch. Was habe ich mich mit dem Kopf zu überreden versucht und mich trotzdem richtig schlecht gefühlt. Wenn ihr ein ungutes Gefühl bei jemandem habt oder ihn eigentlich nicht einladen mögt, dann hat das seinen berechtigten Grund. Setzt euch hin und fragt euch, warum ihr die Person nicht dabei haben wollt. Meist kommt einem dann schnell der Geistesblitz. Könnt ihr die Sache noch klären, weil euch daran was liegt? Dann macht das. Ansonsten bleibt dabei und ladet nicht ein oder sagt diplomatisch ab. Vielleicht könnt ihr auch einen schönen Kompromiss finden (Polterabend, After Wedding Frühstück, nur Trauung etc.). Es gibt viele kreative Lösungen. Teilt eure Entscheidung freundlich und offen mit. Es kann befreiend sein Nein zu sagen. Sicherlich gibt es Proteste, aber ihr werdet dafür ein stressfreieres Fest feiern können. Mein Ehrenwort!

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6. Der Sitzplan

Gerade wenn ihr Scheidungspartner in eurer Familie habt, ein frisch getrenntes Pärchen (das aber noch gemeinsam eingeladen wurde), oder zerstrittene Parteien, gilt es bei der Sitzordnung äußerstes Fingerspitzengefühl zu bewahren. An einen Tisch zwei zerstrittene Parteien zu setzen ist wagemutig. Daher achtet darauf, sie im Raum gleichmäßig zu verteilen. Am besten so, dass sie Rücken zu Rücken zueinander sitzen und sich nicht unbedingt die ganze Zeit ansehen müssen. Plant euren Sitzplan flexibel; also entweder mit der geeigneten Software wie Toptableplanner (hat mir so manches Dschungecampszenario erspart) oder mit Post-Its und einem Zettel Papier, so dass ihr ihn auch noch kurzfristig ändern könnt. Zum Brauttisch: Platziert wirk­lich nur Gäste an eurem Tisch, die euch beson­ders wichtig sind. Denn sind eure Eltern etwa geschieden? Und gäbe es Ärger die bei­den geschiede­nen Parteien mit den neuen Part­nern zusam­men­zuset­zen? Dann könnt ihr mit eng­sten Fre­un­den / Trauzeu­gen am Braut­tisch Platz nehmen und die geschiede­nen Parteien im Saal an Tis­chen ganz nah bei euch “verteilen”. Oder wie wäre es mit trauter Zweisamkeit an einem “Sweet­heart Table”, ein toller Trend. So habt ihr die Gele­gen­heit, ein paar ruhige Momente jen­seits des Trubels zu Zweit zu erleben.

7. Ausreissen: Zu Zweit Ja sagen

Wisst ihr eigentlich insgeheim, dass eine große Feier sowieso nichts für euch ist? Dass ihr einfach keine Lust auf Familie habt? Dann sagt Ja, im intimsten Kreis. Das kann zu Zweit sein oder nur mit den Trauzeugen oder den engsten Verwandten und Freunden. Gestaltet es euch so, dass ihr euch wohl fühlt. Ihr könntet auch nach eurer Trauung eine kleine Feier geben, entspannt und herzlich. Ohne Stress und Konflikte.

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8. Es muss NICHT per­fekt sein! Und es wird wahrschein­lich auch was schiefgehen…

Es kann auch was schiefge­hen! Und das wird es aller Wahrschein­lichkeit nach! Aber: Das ist nicht schlimm. Einiges wird nicht so laufen wie im Kopfkino vorher hol­ly­woodreif aus­gedacht, aber trotz­dem wird es schön! Das garantiere ich euch. Wie ihr kleine Pan­nen gut über­steht? Mit der gewis­sen Por­tion Humor. Und wegen der Deko­ra­tion: Stresst euch nicht. Es wird keinem auf­fallen, wenn etwas nicht ganz genau so ist, wie ihr es geplant hattet. Freut euch auf den Tag als Ganzes und befreit euch von dem Druck, dass alles 100% per­fekt sein muss. Ich erin­nere mich noch, dass sich einige Gäste nach dem Fest nicht mal mehr an die Farbe unserer Blu­men erin­nern kon­nten, aber dafür umso mehr an unser Gast­geschenk, die selb­st­gemachte Erdbeermarmelade.

Ganz viele liebe Grüße aus meiner kleinen Hochzeitsecke,

sig

P.S. Fotos: Franzi trifft die Liebe

KategorienAllgemein
  1. Nicole says:

    Punkt 7 klingt genau nach dem was wir machen wollen. Ich muss nur aufpassen, dass ich es bei den ganzen tollen Sachen die es gibt, es nicht übertreibe 😉

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