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Die besten britischen Krimis

Spätestens seit dem ersten Lockdown im März 2020 habe ich noch mehr meine Leseliebe zu britischen Krimis ausleben können. Ich habe euch daher nun meine Leseliste zusammengestellt zu meinen zehn liebsten Krimiserien bzw. Krimis bis 2021. Ich empfehle euch hier übrigens nur Bücher, die ich selbst richtig gut finde und vorab alle gelesen habe.

1. Ian Rankin – Tartan Noir mit Rebus

Die Edinburgh-Krimiserie von Ian Rankin über seinen mittlerweile berühmten Polizeidetektiv John Rebus hat nicht nur das Genre des “Tartan Noir” und schottischen Kriminalromans neu geschrieben, sondern auch einen der wohl spannendsten Detektive erschaffen. Rebus ist ein faszinierender Anti-Held. Er ist melancholisch, teil depressiv und vom Polizeialltag ernüchtert, wie er uns durch sein Edinburgh mitnimmt, um die Verbrechen der Stadt aufzuklären. Edinburgh wird dabei durch Rankins sozialkritischen Blick auch in seiner Ambivalenz lebendig: Einerseits als das pittoreske Touristenziel, voll Eleganz, Geschichte und schottischer Tradition, andererseits geprägt von seiner dunklen Geschichte, von Gewalt, moralischem Verfall & der calvinistischen Gesellschaft. Mittlerweile umfasst die Serie 22 Bände; ich freue mich schon auf den nächsten! Unbedingt lesen.

2. Elly Griffiths – Archäologin Dr. Ruth Galloway

Die britische Bones, wie ich sie oft nenne. Mit Dr. Ruth Galloway hat Autorin Elly Griffiths eine Ermittlerfigur erfunden, die als forensische Archäologin ihr geballtes wissenschaftliches Fachwissen bei den Ermittlungen zu den spannenden Fällen einbringt. Ich liebe es, wie Griffiths Wissen um forensische Archäologie und klassische Krimielemente des “Whodunit” (dt. Wer hat’s getan?) verbindet, um Spannung zu kreieren. Das raue Setting des Marschlandes von Yorkshire, im Norden Englands, zwischen Land und Meer, ist dabei so evokativ beschrieben, dass die düstere, teils unheilvolle Atmosphäre der Fälle ein spannendes Leseereignis verspricht. Da die Bände inhaltlich aufeinander aufbauen, würde ich für Fans aber empfehlen sie von Anfang an in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

3. Robert Galbraith – Cormoran Strike & Robin Ellacott

Eines meiner absoluten Weihnachtslockdown Highlights war es auf das Erscheinen des fünften und neuesten Bandes von Robert Galbraiths Krimiserie zu warten (übrigens ist Galbraith das Pseudonym von J.K. Rowling): Alle fünf Fälle mit dem Privatermittler Duo Cormoran Strike und Robin Ellacott zählen für mich zum besten, was es an zeitgenössischer Kriminalliteratur gibt. Kaum jemand gibt so lebendige und atmosphärisch dichte Beschreibungen der Londoner Stadtlandschaft wie Galbraith. Es erinnert teils an die detaillierte Beobachtungsgabe von Romanautoren des 19. Jahrhunderts wie Charles Dickens, aber Galbraith’s Beschreibungen von bekannten Londoner Straßen und Vierteln lässt den/die Leser*in wirklich glauben gerade durch London zu streifen. Außerdem treffen die Geschichten den Zeitgeist und den Nerv britischer Politik (Brexit), Problematiken (nationale Identität) oder Gesellschaftsthemen. Auch wenn sie teils ungewöhnlich lang sind (Böses Blut hat mehr als 1000 Seiten), sind sie so packend und spannend, dass ich sie meist in wenigen Tagen verschlungen habe.

4. Ann Cleeves – Vera Stanhope

Wer klassische britische Krimis liebt, sollte unbedingt Ann Cleeves lesen. Die Serie um ihre ruppige aber liebenswerte Polizeidetektivin Vera Stanhope ist dabei eine meiner liebsten: Vor der wilden Landschaft des nördlichen Englands löst sie zusammen mit ihrer Polizeieinheit spannende Fälle. Oftmals im Stile von Agatha Christie handelt es sich dabei um “locked room mysteries”. Mein Lieblingsband der Reihe: The Glass Room (dt. Das letzte Wort. Rowohlt TB): Als Veras Nachbarin Joanna vermisst wird, macht sie sich höchstpersönlich auf die Suche. Die Spur führt zu einem Krimi-Schreibseminar im sogenannten Writers House. Dort hat man es längst nicht mehr mit fiktiven Mordfällen zu tun: Im Wintergarten wurde ein Dozent erstochen, angeblich von Joanna. Doch sie beteuert ihre Unschuld. Da die Bände inhaltlich aufeinander aufbauen, würde ich für Fans aber empfehlen sie von Anfang an in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

5. Deborah Crombie – Gemma James und Duncan Kincaid

Nachdem die amerikanische Krimiautorin Deborah Crombie einige Zeit in England und Schottland gelebt hatte, erfand sie Scotland Yard Superintendent Duncan Kincaid und Inspector Gemma James. Die Romane enthalten oft zwei zeitliche Erzählebenen, die auch eine historische Perspektive mit einbeziehen, wie man es beispielsweise von historischen Romanen kennt. Ich wünschte mir ich könnte nochmals alle zum ersten Mal lesen; die Romane entwickeln einen solchen Sog, dass man sie kaum weglegen kann. Da die Bände inhaltlich aufeinander aufbauen, würde ich für Fans aber empfehlen sie von Anfang an in der richtigen Reihenfolge zu lesen beziehungsweise Fall fünf (Das verlorene Gedicht) aus Ausgangspunkt zu wählen.

6. Val McDermid – schottische Cold Cases mit Karen Pirie

Als ich die Cold Cases Reihe über Polizistin Karen Pirie von Val McDermid im Herbst 2020 entdeckt, konnte ich nicht anders als alle sechs bis dahin erschienenen Bände zu lesen. Die schottische Ermittlerin erinnert in den späten Bänden mit ihrer Melancholie und Trauer an John Rebus. Ihre Streifzüge durch das nächtliche Edinburgh haben dabei etwas geradezu poetisches. Die Fälle sind sehr spannend mit der Vergangenheit verwoben.

7. Ambrose Parry – Will Raven

Für alle, die Krimis in Edinburgh so sehr lieben wie ich, ist dieser historische Kriminalroman genau das Richtige. 1847: Eine Mordserie an jungen Frauen lässt Edinburgh außer Atem. Alle Opfer sind auf dieselbe grausame Weise gestorben. Zur gleichen Zeit tritt der Medizinstudent Will Raven seine Stelle bei dem renommierten Geburtshelfer Dr. Simpson an, in dessen Haus regelmäßig bahnbrechende Experimente mit neu entdeckten Betäubungsmitteln stattfinden. Unbedingt vormerken: Ein zweiter Band erscheint Ende Mai 2021!

8. Nicola Upson – Josephine Tey Mysteries

Josephine Tey war eine damals sehr bekannte Krimischriftstellerin des Golden Age. Mittlerweile ist sie leider etwas in Vergessenheit geraten. Abhilfe schaffen Nicola Upsons historische Kriminalromane , die in den 1930ern spielen. Ihre Protagonistin ist nämlich Krimiautorin Josephine Tey, die mit ihrem Scharfsinn zahlreiche Mordfälle klärt. Sehr spannend! Vor allem für alle, die die Zwischenkriegsjahre auch historisch interessiert.

9. Agatha Christie – Hercule Poirot & Miss Marple

Die “Queen of Crime” darf in meiner Liste auf keinen Fall fehlen. Erst vor einigen Jahren habe ich begonnen, ihre Poirot und Marple-Krimis nochmals neu zu lesen. Wie sie einen als Leser auf die falsche Spur lenkt (im englischen ist diese Erzähltechnik übrigens als red herring bekannt), wie sie Spannung erzeugt und ihre Figuren anlegt ist einfach ein Klassiker. Wer Golden Age Krimis liebt, sollte unbedingt Tod auf dem Nil, Das Böse unter der Sonne, Rendezvous mit einer Leiche, Mord im Orient Express und Die Tote in der Bibliothek lesen.

10. Elizabeth George & P.D. James

Wer klassische britische Kriminalfälle liebt, sollte unbedingt Elizabeth George und P.D. James lesen. Beide verstehen es meisterlich psychologisch tiefe Figuren zu erschaffen und spannende Plots zu kreieren.

Alle Bücher habe ich übrigens für meine Freizeit selbst gekauft und bezahlt. Meine Rezensionen sind meine persönlichen Empfehlungen meiner aktuellen Lieblingsbücher. Ich werde weder von den Verlagen diesbezüglich kontaktiert noch bezahlt.

Habt ihr noch weitere Krimiempfehlungen? Ich würde mich sehr über eure Tipp freuen!

Ganz viele liebe Grüße,

eure Barbara

Copyright der Buchcover liegt bei den Verlagen Goldmann, blanvalet, Pan

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