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Hochzeitsreise nach Venedig und ein Spaziergang auf La Giudecca

Venedig Canal GrandeSchon im 19. Jahrhundert war in der britischen Literatur und auch Kultur die Hochzeitsreise nach Venedig ein berühmter Topos. So hat Dorothea, die Protagonistin in George Eliots Roman Middlemarch es ihrer Autorin vorgemacht und hat in der mediterranen ‘Stadt im Wasser’ ihre Flitterwochen verbracht. Venedig als urbaner Raum (gelegentlich auch Heterotopie nach Foucault) für die Flitterwochen ist ein Mythos, der sich in der westlichen Imagination also schon ab den 1800ern herausbildete. Die Stadt, die heute untrennbar mit den Liebesabenteuern eines Casanovas verbunden ist und Dichtergrößen wie Lord Byron, John Ruskin, J.W. Goethe, Ezra Pound oder auch Charles Dickens literarisch inspiriert hat, wird heute leider eher mit Massentourismus und drohenden ökologischen Problemen als Folge der Kreuzfahrtindustrie in Verbindung gebracht… Der Mann und ich haben uns dennoch oder gerade deswegen nach ewig langem Überlegen und der Gefahr von Klischeehaftigkeit trotzend für die italienische Lagunenstadt als Ziel für unsere kurze Hochzeitsreise entschieden.

Dogenpalast Ich war noch nie dort, aber die einzigartige Lage der Stadt auf Pfählen im Meer sowie die mediterrane Kultur und Lebensweise, Sonne und geniales Essen, haben mich schon daheim überzeugt. Als wir dann angekommen waren, hat die Stadt auf mich und meinem Mann sofort einen Zauber ausgestrahlt – sowohl die berühmten Sehenswürdigkeiten wie Dogenpalast oder Markuskirche, und gerade auch die pittoresken verwinkelten Gässchen und Kanäle jenseits des ächzenden Touristentrosses, sind jeder Zeit eine inspirierende Reise wert. Faszinierend finde ich auch die Vorstellung von Venedig im November – bei dichten Nebelschwaden und Aqua Alta, dem Hochwasser. Düster, bedrückend und genial zugleich.

Meine Top 5

  • abends bei einem Ausflug auf La Giudecca mit den Einheimischen Spaghetti alla Scogleria essen in der Osteria ae Botti – garantiert keine Touristen und tolle venezianische Antipasti, täglisch frisch und täglich anders!
  • abseits der Touristenströme ein Muss: der Stadtteil Castello, insbesondere das Arsenale – unverfälschtes Venedig genießen!
  • für Literaturbegeisterte: eine literarische Führung auf den Fußspuren von Commisario Guido Brunetti durch Venedig mit Dottora Fiona Giusto
  • auf den Campanile di San Marco am Abend steigen und den Rundblick auf die Lagunenstadt genießen
  • die älteste Gondelwerft der Stadt in Dorsoduro besuchen
  • und was ich definitiv vermeiden würde: eine Gondelfahrt zu machen, ohne vorher zu klären, wie lange sie geht (Abzockalarm), wie viele mitfahren können (Abzocke II.) und den Preis runter zu handeln! Gute und preisgünstige Variante: mit dem Traghetto (sozusagen den öffentlichen Gondeln) einmal über den Canal Grande!

Und weil ich das mit am schönsten fand, nehme ich euch noch kurz mit auf einen Spaziergang an der Uferpromenade von La Giudecca – mit dem Vaporetto vom Markusplatz aus in wenigen Minuten ganz leicht zu erreichen (Haltestelle: Palanca oder Redentore), bietet ein kurzer Aufenthalt auf der Laguneninsel nicht nur unverstellte Blicke auf das venezianische Alltagsleben, einheimische Küche, sondern auch tolle Blicke auf den Canale Giudecca und Dorsoduro.

Venedig La Giudecca Venedig La Giudecca Venedig La Giudecca 2014-08-26_00082014-08-26_0007 Hilton Molino Stucky Venedig Als Geheimtipp: In der ehemaligen Stucky Mühle hat 2007 das Hilton Hotel eröffnet – die Dachterasse, die jedem frei zugänglich ist, bietet einen Traumblick auf Venedig… Ach ja, Fernweh!! Und weils so schön war, gibt es morgen noch einen kleinen Ausflug ins Venedig bei Abenddämmerung. Unbedingt eine (digitale) Reise wert!

Ganz viele liebe Grüße aus meiner kleinen Hochzeits-(urlaubs-)ecke,

sig

Alle Fotos: The Little Wedding Corner

KategorienAllgemein

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