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Meine 5 schlimmsten Fehler bei der Hochzeitsplanung

Ein Geständnis muss ich euch heute machen! Auch wenn ich jetzt viel Erfahrung mit Hochzeiten habe und darüber fast täglich schreibe – das geht auch erst, weil ich zugegebenermaßen bei meiner eigenen Hochzeit schon auch öfter ins Planungs-Fettnäpfchen getreten bin…. Meine Auswahl der 5 schlimmsten Fehler soll euch wenigstens vor ihnen bewahren!

1. Zu glauben, die Zeremonie am Standesamt wird romantisch

Ja, unsere Standesamtstrauung war an einem Dienstag, also einem nicht wirklich begehrten Termin unter der Woche und da dachten wir doch noch allen Ernstes, dass es da bestimmt ruhiger zugeht als am Wochenende und sich der Standesbeamte auch schön Zeit für uns lassen kann (in einer Sitcom würden jetzt so Lacher vom Band kommen). Dieser Wunschtraum wurde leider zerschlagen, als wir am Trauungszimmer ankamen und dort uns eine Braut mit Blumenkind entgegenraste – frisch getraut – einer anderen die Klinke in die Hand drückte und wir erstmal im überfüllten Wartezimmer Platz nehmen durften, mit noch einem anderen aufgeregten Brautpaar. Nach 5 Minuten öffnete sich die Tür schon wieder und es hieß “Der nächste Bitte” – Ja-Wort am Fließband – da ist eine meiner Traumseifenblasen gleich zerplatzt. Auch bei uns gings ungefähr so: Rein ins Zimmer, Begrüßung; Standesbeamter sagt 3 Sätze, frägt die Frage; mein Mann: “Ja!”, ich: “Ja!”, Unterschrift, Verabschiedung, wieder raus. Leider!

Mein Tipp: Falls ihr sowieso noch eine ‘große’ Trauung vor euch habt: Die Zeit nach dem Standesamt mit einem schönen Ausflug  oder einer intimen Feier verbringen und dort die romantische Stimmung genießen. Leider ist es vorher oftmals nicht möglich mit dem Standesbeamten zu sprechen und persönlich abzustecken, was man möchte. Ich habe schon Brautpaare gesprochen, die tatsächlich einen so tollen Standesbeamten hatten, dass er/sie auf sie eingegangen ist, nur glaube ich, sollte man nicht fest damit rechnen oder es erwarten. Falls ihr nicht kirchlich heiratet, aber auf eine schöne Trauung nicht verzichten wollt, denkt doch über eine freie Trauzeremonie nach (etwa bei Friederike, ihre und meine Tipps hier)! Romantik, Gefühl und Emotion garantiert!

2. Die Dimensionen minimal (wirklich nur winzig) zu verlieren à la Carrie Bradshaw

Erinnert ihr euch noch an ‘Sex and the City – Der Film’ als Carrie ihre Hochzeit mit Mr. Big plante? Die erste grobe Planung lief irgendwie in die folgende Richtung: eine intime Zeremonie am New Yorker Standesamt in einem Vintage Kleid nur mit den engsten Freunden – schlicht, elegant und minimalistisch. Ein paar Wochen und einen Hammer an Vivienne Westwood Robe später ist die Gästeliste um das 10fache angestiegen, die Location geändert worden… Und Carrie sagt dann nur: “Das Kleid hat den Einsatz erhöht!”. Exakt. So ging es mir dann auch irgendwann – nach einem rauschenden Brautkleideinkauf und der Sichtung zahlreicher Brautmagazine, bekommt Braut scheinbar das Gefühl, dass einfach alles gehen muss für die eigene Hochzeit. Schließlich ist die einmalig im Leben, oder? Und dann diese wunderbaren Styled Shoots! Bei denen ich mich regelmäßig in neue Dekoideen verliebt habe und mir sicher war, ohne Paper Pom Poms wirds nix, ebenso ohne Girlanden, oder etwa englischer Rosen…

Mein Tipp: Setzt euch ein festes Budget und legt Prioritäten fest (oder lest meine Tipps zur Frage “Wieviel kostet eine Hochzeit”). Es wird leider nicht alles möglich sein – aber das wichtigste ist, dass es zu euch passt! Also, nicht unter Druck setzen lassen von all den tollen Ideen, die es gibt und gezielt auswählen. Und oft kann man mit kreativen Ideen auch ganz viel selbst machen (oder lest noch meine 10 Spartipps oder die meisten Kostenfallen).

3. Alles alleine in die Hand nehmen zu wollen

Ja, da gibt es zum einen “etwas selbst in die Hand nehmen wollen” und dann gibt es “nichts aus der Hand geben wollen” – vertraut auf eure Dienstleister und vor allem delegiert auch Aufgaben an eure Trauzeugen oder Verwandte (wenn sie damit einverstanden sind). Ich wollte anfangs mit dem Mann alles selbst machen (Braut heiratet schließlich nur einmal, oder?), bis es mir leicht über den Kopf gewachsen ist mit dem pausenlosem Planen!

Und mein heißer Tipp: Vor allem am Hochzeitstag nicht selbst das Organisatorische übernehmen! Ihr könnt zusammen mit Eltern und Trauzeugen den Zeitplan durchgehen und organisatorische Eckpunkte auf einzelne Personen aufteilen! Dabei auch gerne Zeit zu zweit einplanen.

4. Die Gästeauswahl nicht stärker zu beschränken

Fakt 1: Das Brautpaar ist niemals (N I E M A L S) aus reiner Höflichkeit dazu gezwungen, jeden einzuladen. An diesem Tag sollten wirklich nur Menschen bei euch sein, die euch persönlich wichtig sind (und nicht, weil vielleicht jemand erwartet, dass wenn Tante Erna kommt, ihr auch noch Cousin Erwin dazu bittet…)

Fakt 2: Fakt 1 ist in der Theorie immer gut, in der Praxis hat er sich bei uns als äußerst tricky erwiesen! Und auch die meiste Zeit in Anspruch genommen. Und manch spontane Einladung hab ich dann doch bereut… Oder: Warum ich mit einem schottischen Kioskbesitzer und meinem Brautkleidverkäufer so meine Freude bei der Sitzordnung hatte…

Meine Tipps:

  • Beginnt ziemlich als erstes nach der Verlobung mit der Erstellung eurer Gästeliste – davon hängt einfach alles ab: Die Locationwahl (wie viele Personen müssen etwa in einen Saal passen), die Papeterie, das Essen (für wieviel), den Trauungsort (wie groß). Und lasst euch nicht in die Suppe spucken!
  • Erstellt eine Excel-Liste, in die ihr jeden Namen einzeln aufführen könnt. Ihr könnt zur Auswahl erstmal nach Kategorien unterteilen wie ‘muss unbedingt dabei sein’ (Familie und engste Freunde), ‘wäre toll, wenn sie kommen’ (Tanten, Onkel, Freunde) und dann noch ‘wäre schön, sind aber nicht soooo wichtig’ (diese könnt ihr dann noch einladen, wenn ihr noch Platz habt).
  • Die Liste könnt ihr noch weiter verfeinern und auch nach Trauung – Feier: Nachmittag – Feier: Abend unterteilen. Viele unserer älteren Gäste konnten z.B. aus gesundheitlichen Gründen nur am Nachmittag kommen. Damit könnt ihr auch über wechselnde Gästezahlen den Überblick behalten.
  • Vermerkt auch Besonderheiten wie ‘Allergiker gegen Weizen’, ‘Vegetarier’, ‘Mit Baby’… Das hilft später auch dem Serviceteam.
  • Und ganz wichtig: Lasst euch kurz nach der Verlobung in all der Euphorie nicht dazu hinreißen, spontane Einladungen für Gott und die Welt auszusprechen. (Ich wollte damals vor lauter Freude fast den Kioskbesitzer einladen, der mir meine ersten schottischen Hochzeitsmagazine verkauft hat – zugegeben: ähem, ich hab ihn eingeladen). Manche Ideen stellen sich im Nachhinein als unüberlegt heraus und jemanden ausladen ist nicht die feine englische Art und könnte nur zu peinlichen Situationen führen!
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5. Das Kuchenbüffet zu stark zu bestücken

Ihr wisst, ich bin Schokoholic, gell? Ihr wisst auch, dass ich Kuchen liebe und dass ich manchmal (nur manchmal) den Hang hatte nicht ganz so auf Ratschläge hören zu wollen, wenn ich selbst schon eine fixe Idee nicht nur in meinem Kopfkino, sondern auch in live und Farbe verwirklicht sehen wollte. Was ich damals grob im Sinn hatte: ein Sweet Table – ach, was sag ich eher eine Sweet LANDSCHAFT – für ca. 4 Hochzeitsgesellschaften, inkl. ausladender Candy Bar, wo Kinder lachend (vor Zuckerrausch und Begeisterung) davor rumhüpfen, die Gäste vor ‘ooohhs’ und ‘aaahs’ nicht mehr zum Essen kommen, es allein schon so köstlich nach Vanille, Schokolade und frischen Früchten duftet, dass man sich nicht entscheiden kann, was man zuerst isst – und ‘Essen & Trinken’ gleich anruft, ob sie die Exklusivrechte haben können – wie gesagt, das war die Vision. Wenn dir aber ein Dienstleister mehrmals sagt, dass Braut 1,5 Stücke Kuchen pro Gast einrechnen sollte (und nicht mehr), dann meint er scheinbar auch 1,5 Stück pro Gast. Weil die Gäste nach der nachmittäglichen Naschaktion scheinbar noch ein ganzes Abendmenü verdrücken können sollten… Was von meinem Traum an Kuchenbüffet übrig blieb? Viel, ganz viel! So viel, dass wir am nächsten Tag noch Hände ringend Fremden was davon schenken wollten und ich dann gefühlt eine Woche nach der Hochzeit mich nur noch von Gebackenem ernährt habe. Wenn ihr jetzt denkt: Und was ist daran so schlimm? Dann sag ich nur: Nix! Eben! Läuft. (deswegen würde ich es weniger als Fehler, sondern vielmehr als liebenswerte (wenn auch teure) Eigenheit bezeichnen… nur der Mann ist da ein bißchen anderer Meinung)

Mein Tipp: wie schon unter 2, die Dimensionen nicht aus den Augen lassen und auf Tipps der Dienstleister gerne einsteigen! Und manchmal das Kopfkino ausschalten….

Und wie sieht das bei euch aus? Habt ihr auch schon so Stolperfallen auf dem Weg der Planung erlebt? Oh, ich bin mal wieder neugierig…. Könnt ihr mir hier vielleicht noch ein paar Tipps geben? Ich würde mich freuen!

Ganz viele liebe Grüße aus meiner kleinen Hochzeitsecke,

sig

 Foto: 1 – ZCreateDesign via Etsy; 2 Pomtree via Etsy

KategorienAllgemein
  1. Juliane says:

    Hallo liebe Barbara,
    Ein toller Beitrag, mit tollen Tip’s wieder!
    Da ich/ wir noch vor unserer Hochzeit stehen kann ich ich nichts zu Fehlern schreiben.
    Ich verrenne mich gerade nur etwas in der tischdeko. Ich denke es wird zu wenig blumig und wollte mit Ballons in die Höhe arbeiten. Mit Bilderrahmen, bestückt mit ” Liebesschwüren” das ganze ” füllen” aber ich weiß noch nicht so recht. Über den Teil der standesamtlichen Trauung war ich etwas traurig weil wir nur standesamtlich heiraten werden. Deshalb werde ich auf jeden Fall versuchen das ich mit dem Standesbeamten nochmal sprechen kann.

    Vielen Dank und ganz liebe Grüße aus Bayern.
    Juliane

    1. TheLittleWeddingCorner says:

      Liebe Juliane,

      ganz lieben Dank dir! Ich drück dir weiterhin die Daumen mit der Tischdeko – das mit dem Verrennen kenne ich; am besten was anderes machen und nach einer Zeit nochmal beäugen; oft fällt einem dann die Lösung ein 🙂 zumindest gings mir so mit unserer Papeterie (wobei das dann ewig gedauert hat :-)) LG, Barbara

  2. Carina says:

    Ich bin auch gerade mitten in meiner Planung. Durch die ganzen Ideen die man sammelt verliert man irgendwann den Überblick und ich denke der Tipp mit den Prioritäten ist sehr wichtig – nicht jedes Detail ist wirklich “wichtig”. Die meisten Gäste sehen gar nicht alles, sind eigentlich zu, “feiern” da. Ein z.B. zu voller Tisch mit Deko kann auch störend sein. Man sollte sich wirklich auf die wichtigsten Dinge konzentrieren und nicht von den vielen Styleshoots und Ideen verrückt werden lassen. Das wichtigste ist ein glückliches Brautpaar 🙂

    Viel Spaß beim Planen an alle Bald-Bräute und Danke für die wertvollen Tipps.

  3. Liebe Barbara! Ich L.I.E.B.E. deinen Blog! Ich sauge jede Kleinigkeit auf wie ein Hochzeitsschwamm 🙂 Nur eines muss ich als SATC Addict los werden! Das Kleid, welches dem Vintage-Zweiteiler einen Tritt in den Hintern gibt ist nicht Vera Wang sondern Vivienne Westwood :))))) Das muss ich mal loswerden, sorry! 😀

    1. TheLittleWeddingCorner says:

      Liebe Steffi, oh danke danke dank dir!! Das freut mich grad soo riesig!!! 🙂 Sitze auch jetzt sehr gerührt vorm Bildschirm, dass du so viel bei mir mitliest. Und du hast so recht: Natürlich ist es Vivienne Westwood und das hab ich auch lang und breit in nem anderen Blogpost schong eschrieben 🙂 ich kann es nur auf meinen Freitagshirn zurückführen. Danke für den Hinweis! Ich kann nämlich jede Folge und die Filme mitsprechen 🙂 Alles Liebe, barbara

  4. Auf der Suche nach den häufigsten Fehlern bei der Hochzeitsplanung bin ich auf deinem Blog gelandet und ich hab mich direkt verlaufen und verguckt 🙂 Bist direkt in meinen Favoriten gebookmarkt und dafür, dass du den Kioskbesitzer eingeladen hast, kriegste noch die fettesten Sympathie-Pluspunkte.

    Danke für dein offenes Feedback bzw. deine Art zu reflektieren. Sehr sympathisch und authentisch und deshalb garantiert hilfreich für Brautpaare.
    Alles Gute und viel Erfolg dir!

    1. TheLittleWeddingCorner says:

      Lieber Chris,

      vielen herzlichen Dank dir für die lieben Worte! Das freut mich riesig, wenn dir mein Blog gefällt 😉 Und der Kioskbesitzer wird sich bis heute an uns erinnern! Herzliche Grüße, Barbara

  5. Hannah says:

    Liebe Barbara!

    Ich habe meine Hochzeit mittlerweile hinter mir, und was soll ich sagen…. Dein Blog hat mir die Planung gerettet. DANKE!!! Besonders die Rubriken zu Planungsfehlern, Sitzordnung, Stilvoll sparen und überhaupt mit welchen Kosten zu rechnen ist, waren richtig hilfreich.

    Vor der standesamtlichen Hochzeit war das alles kein großes Problem, wir hatten eh nur 2,5 Wochen Vorbereitungszeit. Und in der Vorweihnachtszeit nicht nur nen Termin beim Standesamt, sondern auch noch nen Tisch für 18 Personen zu kriegen ist ja schon irgendwie rekordverdächtig, finde ich. Verrückterweise ging das nur mit ner Ambiente-Trauung, weil alle “normalen” Termine schon ausgebucht waren (ich hätte ja eher das Gegenteil erwartet). Über die 360 Euro Gebühren hab ich auch kurz Schnappatmung gekriegt, aber dafür dauerte die ganze Zeremonie 40 Minuten, inklusive auf uns zugeschnittene Traurede durch die Standesbeamtin. Ich in heilfroh, dass wir gezwungenermaßen keine “Fließband-Trauung” machen konnten.

    Aber wenn man dann auch noch auf die Idee kommt, im folgenden Sommer nochmal freigeistlich zu heiraten, weil beim ersten Mal aufgrund der Kurzfristigkeit keine Party möglich war…. Ich kanns immer noch nicht fassen, aber wir haben tatsächlich ne 65-Mann-Party mit 7 Monaten Vorlaufzeit gewuppt! Das wäre ohne die vielen Tipps auf deinem Blog nicht möglich gewesen. Mein Mann ist übrigens heilfroh, dass ich nur vergelichsweise wenig Zeit hatte, den typischen Braut-Tunnelblick bei Deko und Co. zu entwickeln 😉

    Also Mädels, wir sind der lebende Beweis, dass auch Kurzentschlossene noch ordentlich feiern können. Die üblichen 1-1,5 Jahre Vorlaufzeit hätten uns mehr Auswahl bei der Location-Wahl beschehrt, aber ansonsten hatten wir eigentlich keine großen Einschränkungen. Und wer, wie wir, neben Zeitdruck auch noch mit knappem Budget zu kämpfen hat, dem kann ich die diversen, auch englischj-sprachigen Blogs, mit kostenlosen Druckvorlagen und DIY-Tipps nur empfehlen. Traut euch!!!

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