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Planungstipps, Trends und ein Workshop mit Svenja Schirk von Freakin’ Fine Weddings

2014-11-27_0012Foto: Jan Dommel

Am letzten Freitag war Svenja Schirk von Freakin’ Fine Weddings (zumindest telefonisch) in meiner kleinen Hochzeitsecke zu Besuch, um mir ein paar Fragen zu ihrem Job als Wedding Plannerin in Berlin, zu ihrem neuen Workshop, bei dem sie frisch Verlobten wichtige Tipps mitgibt und natürlich zum Heiraten zu beantworten. Ich wollte von ihr wissen, was nächstes Jahr noch “Hot” sein wird oder eher “Not”. Und dabei hat sie einige tolle Tipps rund ums Thema Hochzeitsplanung für euch mitgebracht. Wir hatten so viel Spaß beim Interview, dass ich zwischendurch vor Lachen fast die Bloggersegel streichen musste. Ihr könnt euch selbst überzeugen; schade, dass es nicht geklappt hat das als Podcast hochzuladen, dann hättet ihr mit uns mitlachen können! (wobei, ähem, dann hättet ihr meine leicht grenzdebile Stimme gehört… also, doch besser so, in Schrift).

Liebe Svenja, herzlich Willkommen in meiner kleinen Hochzeitsecke! Erzähl mal meinen Lesern, was du so alles als Wedding Planner machst.

Was ich mache ist ganz vielfältig: Von der klassischen Hochzeitsplanung, sprich das Brautpaar kommt zu mir, weiß aber nicht wie und wo sie heiraten sollen (hoffentlich aber warum) – da mache ich dann eine Komplettplanung. Es gibt genauso Brautpaare, die ich z.B. nur bei der Suche nach der Location unterstütze oder bei der Planung einzelner Teile der Hochzeit. Es gibt bei mir auch eine Beratungsstunde für Brautpaare, die ihre Hochzeit selbst planen möchten, sich aber von mir wichtige Tipps holen möchten. Da schaue ich etwa Verträge an, gebe Empfehlungen und Ratschläge zur Zeitplanung. Und seit letztem Jahren biete ich auch freie Trauungen an; für meine Brautpaare habe ich schon einige Reden gehalten!

Bist du eigentlich spezialisiert auf bestimmte Hochzeiten?

Ich habe mich tatsächlich spezialisiert, nämlich auf die Dinge, die mir besonders liegen und die nicht 08/15 sind. Weil ich selber Rockabilly bin, habe ich viele Rockabillies, weil die sich bei mir auch aufgehoben fühlen. Ich habe außerdem Großstadthochzeiten in Berlin, bei denen es darum geht chic und shabby zusammenzuführen und ansonsten sehr viele Mottohochzeiten, z.B. organisiere ich gerade eine “Alice im Wunderland” Hochzeit.

2014-11-27_0008Und jetzt gibst du ja im Januar in Berlin auch einen Workshop für Brautpaare, die ihre Hochzeit selbst planen, aber einfach noch wichtige Planungstipps haben wollen. Worum geht es dabei?

Ich habe mir verschiedene Dinge überlegt, nämlich was würde mich interessieren, wenn ich jetzt keine Ahnung davon habe und was fände ich als Braut wirklich gut zu lernen. Ich habe auch berücksichtigt, was ich selbst oft gefragt als Wedding Planner auf Facebook, oder YouTube. Und aufgrund dessen habe ich mir ein Programm überlegt mit verschiedenen Punkten, wie beispielsweise: Wie weiß ich, ob mein Budget reicht? Worauf muss ich achten, wenn ich mit der Planung an anfange (Gästezahl?). Was gibt es für Qualitätsmerkmale bei Dienstleistern? Und das sind die Dinge, auf die ich selbst beim Planen achte und das hat tatsächlich ein paar Jahre gedauert, diese Erfahrung zu bekommen. Ich teile also mein Insiderwissen; Dinge, die ich wirklich selber in meinem Beruf als Wedding Planner anwende und worauf ich achte. Ich hab ein paar Jährchen gebraucht, das Wissen anzusammeln, Am Workshoptag gehts in 4 Stunden! Ich möchte Sachen gern erzählen, die auch schief gingen oder gerade noch abgewendet wurden, und ich möchte durch meine Geschichten unterhalten. So lässt es sich doch auch viel einfacher merken. Der Workshop soll nicht wie ein Vortrag sein, sondern wirklich unterhaltsam und dabei lehrreich sein.

2014-11-27_0014Ich habe auch gesehen, dass DIY ein Punkt auf deinem Programm ist? Ich selbst habe ja so meine Erfahrungen mit DIY während meiner eigenen Hochzeit gemacht (Stichwort: Einladungskartengepansche), was können Brautpaare da von dir lernen?

Gerade für individuelle Hochzeit gibt es wenig von der Stange und da muss ich es selbst machen. Ich möchte gerne zeigen, wo fängt man an. Ohne sich zu verrennen. Bei DIY arbeitet man gerne 10 Stunden an etwas und in der 11. schmeißt man es dann weg!

[hier kam von mir nicht nur schallendes Lachen, sondern auch heftiges Kopfnicken] Da sprichst du mir aus der Seele, frag uns mal, kistenweise Papier, was ich dann doch nicht verbastelt habe und Gebatze bei der Kartenbastelei, bis hin zum Nervenzusammenbruch, weil das mit dem Juteband und der Einladungskarte einfach nicht so funktionieren wollte.

Ja, genau. Würde die Hälfte aller Bräute, daheim sich zuerst nen Probetisch machen, dann würden sie nur 2 Stunden investieren und dann feststellen, dass sie es scheiße finden! (oder auch nur 2 Einladungskarten zusammenpanschen statt 30, um dann festzustellen, dass sie nicht versendet werden können – meine Anmerkung und persönliche Erfahrung – ähem, ja). Das möchte ich auf meinem Workshop auch weitergeben; wie ihr nicht an DIYs eure Zeit verschwendet. So habe ich selbst etwa stundenlang- wochenlang an Paper Pom Poms gebastelt, nur um am Tag der Hochzeit und nach einem Blick auf die Location festzustellen, dass ich sie doch nicht aufgehängt haben möchte! Ach ja, und neben all den Tipps erhält jeder Teilnehmer ein Booklet für zu Hause mit einer Empfehlungsliste von Dienstleistern. Die ist wirklich Gold wert, weil die Brautpaare in 4 Stunden sozusagen meine langjährige Erfahrung mitbekommen. Wenn ihr die von mir empfohlenen Dienstleister bucht, wisst ihr, ihr seid sicher und es kann euch nix passieren.

Das ist wirklich eine tolle Idee und praktisch für jedes Brautpaar! Weil wir aber jetzt schon auch über DIY gesprochen haben: Was waren denn für dich die prägenden Trends für 2014?

Vintage-Hochzeiten definitiv und Gartenhochzeiten, also dass viele Brautpaare im Grünen heiraten wollen, außerhalb, selbst ohne Verkehrsanbindung. Das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen. Außerdem an Accessoires: Photo-Booth war dieses Jahr der absolute Boom und ich würde gar sagen Höhepunkt! Blumenkränze kommen immer mehr, das hat vor ein paar Monaten angefangen und ich glaube, dass das definitiv auch nächstes Jahr noch in sein wird. Gerade der Hippie Chic oder Boho Chic wird sicherlich nächstes Jahr stark sein

Du sprichst es gerade schon an, was werden denn prägende Trends für die Hochzeitssaison 2015 sein?

Boho Chic wird definitiv noch mehr kommen, auch mit den Accessoires, etwa den Wedding Wands (Stöckchen mit Glocke, mit denen die Gäste wedeln und damit Glück wünschen). Und das kennst du bestimmt auch, Konfetti Popper – Push-Up Konfetti, glaube ich, dass das in Deutschland groß kommt.

2014-11-27_0013In Großbritannien ist ja ‘Urban Chic’ schon der absolute Renner. Glaubst du, dass das auch zu uns kommt?

Wir haben das auch in Berlin; industrial und urban chic. Aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass es das verstärkt geben wird. Denn ich glaube nicht, dass es der Massengeschmack ist. Die Paare, die das bei mir buchen, da kommt gar nichts anderes für sie in Frage, weil sie so hip sind und in Berlin Mitte leben. Aber für die Masse? Einfach weil es sehr speziell ist, weniger Romantik. Viele Bräute wollen immer noch klassisch, romantisch heiraten und das ist das urban chic nicht, eher akzentuiert in großen weißen Hallen. Und farblich denke ich wird sich definitiv weiterhin auch Pastell halten, mint, altrosa und diese hellen Töne. Der Trend geht definitiv zu kompletter Individualisierung, von daher glaube ich, dass das mit Trends eher relativ wird. Weil jeder ja seinen Stil hat und auch auf der Hochzeit individuell umsetzen möchte. Also meinen Pärchen brauche ich nicht mit Trends kommen. Das mache ich, das erzähle ich ihnen, aber jeder will trotzdem seinen eigenen Stil haben und es muss ‘cool’ sein! Also dieses shabby chic, individuell, etwas ‘abgeratzt’ aber schick. Und in Berlin wollen die Brautpaare alles personalisiert. man soll auch sehen, dass es gebastelt und handgemacht ist

2014-11-27_0005Also hin zum Individuellen! Das ist auch sehr nach meinem Geschmack! Hast du abschließend vielleicht noch einen Tipp für meine Brautpaare, was denn wichtig ist bei der Hochzeitsplanung und was man besonders beachten sollte?

Eine Sache, bei der mir immer schlecht wird, ist, wenn das Brautpaar für die Hochzeit einen Kredit aufnimmt. Weil sich die Brautpaare darauf verlassen, dass sie das Geld schon wieder irgendwie reinbekommen. Aber was ist, wenn nicht? Ich würde bei der Planung als erstes überlegen: Was will ich? Was für ein Typ bin ich überhaupt? Will ich es eher pompös oder bin ich eher der Typ, der zum Italiener um die Ecke geht? Was für Dinge will ich unbedingt? Dann Budgetplanung machen (es gibt genug Checklisten im Internet) und dann überlegen, was brauche ich – noch einen gewissen Prozentsatz Euro als Puffer drauflegen und dann schauen, haben wir das Geld? Falls nicht gleich, lieber noch 2 Jahre warten. Ansonsten: Zeit! Ich kann es nicht oft genug sagen, ein Jahr im Voraus (zumindest in Berlin) sind die Locations ausgebucht. Das wird leider so oft unterschätzt. Gerade die schönen Locations oder guten Dienstleister sind einfach so lange im Voraus schon weg. Es kommt darauf an, was man will oder auch ob man bereit ist Kompromisse einzugehen, aber die schönen Sachen sind definitiv weg. Wir haben in Berlin Hochzeitsfotografen, die hatte ich angefragt und die waren schon 1,5 Jahr im Voraus ausgebucht.

Liebe Svenja, ganz herzlichen Dank dir für das tolle Interview und die schöne Zeit mit dir! Es hat mir riesig Spaß gemacht, mit dir zu plaudern und ich hoffe, dich bald wieder mal interviewen zu können!

Und wenn ihr jetzt von Svenja noch mehr Tipps & Tricks, sowie jede Menge Insiderwissen zur Hochzeitsplanung bekommen wollt, dann meldet euch doch schnell für ihren Workshop im Januar an! Danach könnt ihr bestimmt eure Traumhochzeit easy peasy selbst planen. Der Workshop findet statt, am:
Samstag, 31.01.2015 von 12.00 – 16.00 Uhr in Berlin-Charlottenburg

Weitere Angaben und auch die einzelnen Programmpunkte gibt es auf ihrer Workshop- Seite.  Übrigens: Die Teilnehmerzahl ist limitiert, also nix wie hin und schnell rüberklicken.

2014-12-04_0001Ganz viele liebe Grüße aus meiner kleinen Hochzeitsecke,

sig

Foto: 1,2,3,4- Jan Dommel; 5 – Cameramirage, 6 – Paul liebt Paula

KategorienInspirationen

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