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Wie viel kostet eine Hochzeit? Budgetplaner und viele Tipps rund ums Geld

Hochzeit BudgetWas kostet eine Hochzeit? Über Geld spricht man nicht??? Doch! Denn als ich meinen Heiratsantrag bekam und ich zum  ersten Mal in die Hochzeitswelt schnuppern durfte, war es um mich herum geschehen. Ich hatte mich zum zweiten Mal verliebt, diesmal in Spitze, Schmuck und wunderbare Vintagedekos. Aber als ich dann einen Blick auf die Preisschilder erhaschen konnte, habe ich meinen Bankberater schon zusammenbrechen sehen, ohne jegliche Reanimationsmöglichkeiten…..(der arme Kerl). Ja, denn auf ein­mal kostete alles im drei– oder gar vier­stel­li­gen Bere­ich. Und man ertappt sich dabei wie man mit Hun­dert­er­be­trä­gen um sich wirft wie früher mit vielle­icht ger­ade mal 50€. Aber: Gute Qual­ität hat ein­fach ihren ver­di­en­ten Preis. Eine durchschnittliche deutsche Hochzeit kostet tatsächlich *festhalten* 13.000€! Und mein Freund und ich hatten zu dem Zeitpunkt – beide kurz nach dem Studium – nicht annähernd soviel. Und wir wussten, wir müssen für einen hohen Prozentsatz selbst dafür aufkommen. Die Zeiten von Aussteuer & Co sind ja auch vorbei. Bei der finanziellen Planung sind zwei Dinge aus meiner eigenen Erfahrung rückblickend gefragt: Kreativität und auch ein solider Blick aufs Budget! Denn ohne eine gewisse Portion Realismus lässt sich leider keine Hochzeit umsetzen. Und nein, ein Kredit ist keine eine Lösung (da muss ich sonst immer an Becky Bloomwood denken alias the Shopaholic, als sie vor lauter Kreditschulden all ihre Kleidung verkaufen musste…)

Budget Hochzeit KostenSchreibt bevor ihr in die richtige Planung einsteigt (also 9 – 12 Monate vorher) gemeinsam eine detaillierte Kostenliste. Auf dieser kann ja auch erstmal alles stehen, von dem ihr träumt. Also samt Schloss, Jenny Peckham Kleid und Rolls Royce. Erkundigt euch bei Dienstleistern, vergleicht Preise und vor allem den enthaltenen Service. Es macht einen Riesenunterschied,  ob ein Fotograf 1.800€ für alles, sprich auch die Herausgabe aller Bilddateien inkl. anschließender Nachbearbeitung und Dankeskarten verlangt, oder ob versteckte Zusatzkosten für jede Bilddatei hinzukommen. Also fragt genau nach, welche Leistungen letztlich im Preis inbegriffen sind. Seid dabei gründlich. Nicht selten habe ich es erlebt, dass Pärchen vor lauter Euphorie doch glatt vergessen haben Geld für Papeterie einzuplanen. Und vergesst auch die vermeintlichen Kleinigkeiten nicht, wie etwa Dekosachen, Ringkissen, Gästebuch, Girlanden, nötige Stempel zum DIYen, Masking Tape etc.! Legt dann die Schmerzgrenze für euren Geldbeutel fest, also die Summe, bei der ihr wisst, dass euer Bankberater nicht komatös umkippen würde. Falls ihr noch ein Stückchen von dem entfernt sein solltet, was ihr euch erträumt, könnt ihr ja eure Fantasie etwas walten lassen (hier habe ich etwa 15 bombensichere Spartipps zusammengestellt). Ihr könnt etwa Prioritäten festlegen und nicht so wichtige oder extravagante Dinge streichen (etwa die Champagnerpyramide… wobei was sag ich? Die sollte eigentlich JEDER streichen!). Oder ihr könnt in eurem Bekanntenkreis nachfragen: Der Mann und ich wollten am allermeisten auch nach der Hochzeit wunderschöne Erinnerungen vom Tag in der Hand halten können, sprich verlässlich gute Hochzeitsfotos, die nicht unscharf, verkörnt oder unterbelichtet sind. Deshalb haben wir alles darauf ausgelegt, viel Geld für richtig tolle Fotoprofis auszugeben. Dafür haben wir an der Papeterie gespart (selbstgemacht), die Band 2 Stunden kürzer spielen lassen (und in der Zeit durch einen iPod ersetzt), die Gastgeschenke selbst gekocht (Marmelade) und das Hochzeitsauto aus dem Bekanntenkreis geliehen…

Und damit ihr mal klar sehen könnt, habe ich hier ein paar Zahlen für euch zusammengesammelt. Bitte vergesst nicht, ich habe hier Durchschnittskosten für die einzelnen Posten in Deutschland recherchiert, d.h. es geht natürlich immer billiger, aber auch immer teurer! Die Liste soll nur ein grober Anhaltspunkt für eure individuelle Rechnung sein und soll keinesfalls Richtschnur sein! Und es kommt ganz auf eure Wünsche an: Qualität hat einfach ihren Preis. Auf gute Profis und Dienstleister mit langjähriger Erfahrung zu vertrauen, macht nämlich wirklich Sinn! Sie können euch verlässlich beraten, nehmen sich viel Zeit für euch, sind originell und ihr müsst euch nicht nach der Hochzeit etwa über schlechte Fotos ärgern, die euch nur von hinten zeigen. Solch ein Lehrgeld zu zahlen wäre schade.

Kostenplaner für die Hochzeit
Brautkleid für (kirchliche) Trauung ab 800 – 1400 €
Kleid für standesamtliche Hochzeit ca. 250 €
Brautaccessoires (Schleier/Kopfschmuck, Schmuck, Schuhe, Clutch) ab 400 €
Friseur & Make-Up ca. 300 €
Anzug für Bräutigam (inkl. Schuhe, Einstecktuch etc) ab 800 €
Eheringe ca. 1000 €
Band /DJ ab 1.000 – 2.500 (je nachdem wie lange DJ/ Band spielt und wie viele Bandmitglieder)
Fotograf  ca. 1.000 – 2.500 € (richtet sich auch nach der Dauer; ab 4 Std.)
Photo Booth ab 300 €
Blumenschmuck ab 600 €
Gastgeschenke ab 3€ pro Person
Hochzeitstorte + Kuchenbüffet ca. 200 – 500
Papeterie (Save-the-Date, Einladung, Menü, Dankeskarte, evtl. Kirchenheft) ab 2,50 pro Karte (ohne Porto)
Gebühren für Standesamt  ca. 100 €
Location / Verpflegung ab 75 € pro Gast
Kleineres (Gästebuch, Ringkissen, Dekoelemente, Girlanden, Cake Topper, Schilder) ab 200 € (bis unendlich)

Was müsst ihr also generell beachten?

  • Kalkuliert die Finanzen detailliert! Schreibt euch als erstes bevor ihr in die ganze Planung einsteigt einen Budgetplan
  • Endgültiges Budget festlegen (wo liegt eure Schmerzgrenze? und danach ausrichten)
  • Behaltet einen Überblick über die laufenden Kosten und aktualisiert gegebenenfalls laufend eure Kostenliste
  • Angebote einholen, Dienstleister & vor allem Service vergleichen!
  • Unbedingt: Prioritäten festlegen, um Kosten zu sparen!
  • Verträge mit Diensleistern (wie Band etc.) schriftlich geben lassen und aufheben!
  • Wichtigster Tipp: Nachdem ihr eure Anfangskalkulation fertig habt, rechnet noch einmal 10% des Gesamtbudgets dazu – als Puffer für Unvorhergesehenes!

Was sonst noch beim Finanziellen wichtig ist? Bleibt die, die ihr seid oder vor der Verlobung wart!! Was ich damit meine? Ihr müsst keine 10.000€ Hochzeit planen, weil es von euch so erwartet wird. Heiraten ist schließlich kein Wettbewerb, wer besser gestellt ist und das sollte es auch im Freundeskreis nie werden. Im Gegenteil, ihr könnt euren Traumtag auch für ganz ganz wenig Geld haben, denn die Hauptsache ist, ihr seid glücklich und es ist das, was ihr wollt. Denkt also auch ruhig außerhalb von Konventionen, wenn es um die Gestaltung eurer Feier geht. Alles geht! Ihr könnt zu zweit an einer Waldlichtung heiraten oder auch gar kein Brautkleid kaufen, sondern das eurer Mama umnähen lassen. Niemand sollte meiner Meinung nach für eine Hochzeit einen Kredit aufnehmen, und sein Eheleben auf Schulden aufbauen. Oder sich in ein Korsett einsperren lassen, das einem gar nicht passt. Und noch wichtiger: Die Styled Shoots in Hochzeitsmagazinen oder auch auf diesem Blog sind eher als Inspirationshilfen für euch gedacht, sollten euch aber nicht schlecht vor Geldsorgen werden lassen. Sucht euch die Dinge raus, die euch dekotechnisch gefallen und schaut euch um, wie ihr sie vielleicht selbst umsetzen könnt. Niemand sollte aber das Gefühl bekommen, sich sklavisch daran halten zu müssen. Die Zeiten, in denen Frauen bei einer Heirat durch Konventionen bevormundet wurden, sind ja Gott sei Dank vorbei. Habt Mut und seid kreativ!

Ganz viele liebe Grüße aus meiner kleinen Hochzeitsecke,

sig

Alle Fotos: The Little Wedding Corner

KategorienAllgemein
  1. Maria says:

    Hallo Barbara,

    ein sehr gelungener Beitrag zum Thema Hochzeits-Budgetplaner! Da hast du alle Knackpunkte (aus meiner Sicht) auf den Punkt gebracht! 🙂

    Herzliche Grüße,
    Maria

    1. TheLittleWeddingCorner says:

      Liebe Maria, oh ganz herzlichen Dank dir für die lieben Worte! 🙂 Das freut mich riesig, denn über dem Beitrag bin ich lange gesessen und hatte immer gehofft, nix größeres zu vergessen 🙂 Liebe Grüße, Barbara

      1. Maria says:

        Liebe Barbara,

        ich kann dich beruhigen – du hast alles drin!
        Und vor allen Dingen ein realistischer Blick bei allen Punkten bewahrt einen vor einer unsanften Landung auf den Boden der Tatsachen. 🙂

        Liebe Grüße & weiter so! (Ich stöbere immer wieder gerne in deinem Blog!)
        Maria

  2. Juli says:

    Liebe Barbara,

    vielen Dank für diesen Post! Denn tatsächlich spricht man sehr wenig über das Budget. So hat mich die berechnete Endsumme unserer Planung sehr ins Schwitzen gebracht. Scheinbar sind wir total im Rahmen 😉
    Aber selbstgemachtes gefällt mir meistens viel besser! Danke also für deine Tipps. Mal sehen, was sich von meinen DIY-Ideen umsetzen lässt.

    Liebe Grüße, Juli

  3. Julia says:

    Hallo Babara,
    ja, eine Hochzeit ist nicht günstig. Wie man sieht müssen sehr viele Sachen berügsichtigt werden, die zu einer Hochzeit einfach dazu gehören und Geld kosten. Ich habe schon einige Hochzeiten von Freunden und Bekannten mitgemacht und muss sagen, dass die 10.000 € für alles schon passen. Da jeder Mensch eigentlich nur einmal im Leben heiraten wird, kann man für den schönsten Tag im Leben die Summe schon bezahlen.

  4. Lauri says:

    Vielen Dank für die gute Zusammenstellung. Ach, mit 10.000 Euronen wäre ich ja höchst zufrieden. Das kostet hier in Schweden alleine das Abendessen mit Getränken für 80 Personen. Dann habe ich aber sonst noch nichts. Also entweder Kredit oder Knäckebrot.

  5. Laura says:

    Ja, mit 10.000 Euro wäre ich auch seeehr glücklich! Leider zahlen wir schon ca. 12.500 Euro nur für Location, Essen & Getränke (80 Personen). Dabei heiraten wir weder auf einem Schloss noch in einem 5 – Sterne – Hotel, sondern locker und entspannt in einer Industriehalle mit einem rustikalen BBQ. Dazu noch Kleidung, Ringe, Fotograf, DJ,… am Ende werden wir bei 25.000 Euro landen und ich kenne in meinem Freundeskreis auch niemanden, der unter 20.000 Euro geblieben ist. Trotzdem – ich freue mich schon sehr

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